35-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen gesteht sexuellen Missbrauch von Kindern

Zum wiederholten Male musste sich ein Angeklagter aus dem Landkreis Pfaffenhofen wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern vor Gericht verantworten. Im Neuburger Amtsgericht sah sich der 35-Jährige am Dienstagvormittag mit dem Vorwurf konfrontiert, eine Zwölfjährige via Social Media kontaktiert zu haben und nach einem Video von ihrem nackten Bauch und ihrem Gesicht gefragt zu haben.

Die Frage, ob der Angeklagte die Tat begangen hat, stellte sich in der Verhandlung gar nicht erst, da er von Beginn an seine Schuld einräumte. „Ich gebe es natürlich zu. Ich brauche eine Hilfe“, gestand der Mann, der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, ohne Umschweife.

Im Oktober 2020 kontaktierte der Angeklagte von Zuhause aus ein zwölfjähriges Mädchen mittels seines Instagram- sowie Snapchat-Accounts. Zu einem Austausch von Bildern kam es nicht, da das Mädchen ihren Vater über die Kontaktaufnahme informierte und dieser sofort die Polizeieinschaltete.

35-Jähriger aus dem Kreis Pfaffenhofen bekennt sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig

Der Angeklagte, der erst im März 2020 seine jüngste Haftstrafe verbüßt hatte, begründete seine Tat mit fehlender Therapie. Nach seiner Entlassung habe er wegen Pandemie-Beschränkungen nicht schnell genug einen Therapeuten gefunden und sei so wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen: „So lange ohne Therapie, das geht nicht“, wiederholte der 35-Jährige mehrmals.

Die ersten pornografischen Schriften waren bei dem Angeklagten bereits im Jahr 2005 gefunden worden, seit dem saß er dreimal wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern oder des Besitzes pornografischer Schriften auf der Anklagebank. Im Januar 2020 erhielt er daher auch vom Landgericht Traunstein die Anweisung, dass er weder mit Minderjährigen Kontakt aufnehmen dürfe, noch diese fotografieren oder filmen dürfe. Gegen diese Auflage verstieß er jedoch mit der jüngsten Tat.

Der Neuburger Richter Gerhard Ebner zeigte zwar Verständnis für den unglücklichen Umstand, dass eine Therapie nicht nahtlos an die Entlassung stattgefunden habe, betonte aber auch, dass der Angeklagte durchaus in der Lage sei, sein Verhalten zu hinterfragen und zu erkennen, dass dieses falsch sei. „Am besten wäre es, wenn Sie weder einen Computer noch andere internetfähigen elektronischen Geräte besitzen würden“, meinte Ebner.

Neuburger Amtsgericht verhängt Urteil von einem Jahr und acht Monaten an Freiheitsstrafe

Rechtsanwalt Hermann Hammermaier plädierte für eine milde Strafe, da sein Mandant sich seiner Schuld bewusst sei und betonte, wie wichtig eine ununterbrochene Therapie zusätzlich zur Strafe sei, um „diesen Kreislauf endlich zu stoppen“. Er versicherte, sein Mandant „wird alles tun und zu allem bereit sein“, damit mit den andauernden Straftaten endlich Schluss sei.

Das Schöffengericht entschied sich schlussendlich für eine etwas mildere Strafe als die zwei Jahre und sechs Monate, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurden. Stattdessen wurde der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt, mit der Begründung, dass das umfängliche Geständnis und der nur virtuelle Kontakt zu einem milderen Urteil beigetragen hätten. Richter Ebner nutzte seine Schlussbemerkung, um dem Angeklagten nahezulegen, sich selbstständig und rechtzeitig um die Therapie zu kümmern, damit es nach der Entlassung nicht wieder zu einer Behandlungslücke komme.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels06.06.2021
LandDeutschland
StadtPfaffenhofen
Alter des Täters35
Verurteilt1 Jahr(e) 8 Monat(e)
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenenweiblich
Altes des Betroffenen12
Anzahl der Betroffenen1
Art der TatMissbrauch
Anzahl der kinderpornografischen Dateien (Bilder/Videos)X