47-Jähriger aus Rastow für Missbrauch mehrerer Jungen verurteilt : Bewährung für Schulhausmeister

Die Eltern von zehn sexuell missbrauchten Schweriner Jungen haben weder etwas gewusst noch geahnt.
Die Eltern von zehn sexuell missbrauchten Schweriner Jungen haben weder etwas gewusst noch geahnt, was ein inzwischen 24-jähriger Bürokaufmann mit ihren Kindern im Frühjahr vergangenen Jahres anstellte. Einige erfuhren erst vor wenigen Wochen durch die Ermittlungen der Polizei, was mit den Jungen geschehen war. Anderen war allerdings bekannt, dass ihre Kinder in der Freizeit mit dem Angeklagten Fußball spielten oder mit in seine Wohnung gingen. Ein Psychiater indes will das Risiko der pädophilen Neigungen des Täters gesehen haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten 33 Taten an zehn Jungen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren vor – in den meisten Fällen geht es um schweren sexuellen Missbrauch. Er hatte sich erst als Spielkamerad und verständnisvoller Gesprächspartner angedient. Später verging er sich an ihnen in seiner Wohnung oder in den Grünanlagen.

Die Ermittlungen zu Übergriffen auf sechs weitere Jungen sind vorerst zurückgestellt worden. Eines der Kinder hatte sich im September 2013 seinen Großeltern anvertraut. Nach seiner Verhaftung gestand der 24-jährige und berichtete der Kripo auch von Missbrauchsfällen, von denen die Ermittler noch nichts wussten.

„Wir haben uns ja nichts dabei gedacht, dass die Kinder mit einem Erwachsenen Fußball spielen“, sagte ein Vater. Zumal der Angeklagte um einiges jünger wirkt. Eine Mutter berichtete jedoch, dass ihr Sohn im vergangenen Sommer nur noch mit einem Stock „bewaffnet“ nach draußen zum Spielen ging, um sich gegen den jetzt Angeklagten wehren zu können. Ihr Sohn habe den Mann sogar als „Pädo“ bezeichnet. Sie wies ihn zurecht, dass dies ein sehr schwerer Vorwurf sei. Warum das Kind davon sprach, fragte sie nicht. „Was haben Sie vermutet?“, fragte der Vorsitzende Richter Armin Lessel. „Alles mögliche, nur nicht das“, antwortete die Zeugin.

Mehrere Kinder haben sich seit den Übergriffen verändert. Ein Junge ist offenbar vollkommen hilflos, die Vorfälle zu verarbeiten, und ging mit dem Messer auf seine Eltern los, als der Missbrauchs-Prozess zu Hause zur Sprache kam. Andere spielen inzwischen lieber allein in ihrem Zimmer, als dass sie nach draußen gehen.

Ein Psychiater, der den einschlägig vorbestraften Angeklagten sporadisch betreute, bezeichnete ihn als einen „gekränkten Narziss“, der ständig auf der Suche nach eigenen Talenten war, mit denen er Aufmerksamkeit erheischen konnte. Ob es sich eher um eine „gestörte Persönlichkeit“ oder aber hauptsächlich um einen Pädophilen handelt, konnte er mangels ausreichender Therapiestunden bislang nicht klären.

Zu Beginn des Verhandlungstages hatte Richter Lessel seinem Ärger über die Drohungen gegen den Angeklagten und die Justiz in einem Internet-Forum Luft gemacht. Die Behauptung, dem Angeklagten drohten lediglich zwei Jahre Haft, sei „Schwachsinn“. Zu den Forderungen nach einer sehr harten Strafe sagte der Richter: „Wir lassen uns vom Mob nicht treiben. Und wir lassen uns auch nichts vorschreiben von Leuten, die von Jura keine Ahnung haben.““

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels27-03-2013
LandGermany
StadtSchwerin
Alter des Täters47
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenen 
Altes des Betroffenen12-13
Anzahl der Betroffenen4
Art der Tat
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