KINDESMISSBRAUCH

An Nachbarskindern vergangen

Ein Familienvater hat zwei Freundinnen seiner Töchter in sexuelle Handlungen einbezogen. Gestern wurde er zu einer 36-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Bülach – «Ich habe in der Therapie gelernt, dass ich diese pädophile Veranlagung habe», sagte der knapp 50-jährige Angeklagte gestern vor dem Bezirksgericht Bülach. Zwei Schwestern wurden Opfer dieser Neigung – Freundinnen seiner beiden Töchter, die häufig bei der Familie zu Gast waren und auch dort übernachteten.

Im Zeitraum von 2003 bis 2004 berührte der Angeklagte das ältere der Mädchen an den Brüsten und im Genitalbereich – sie war damals gut zwölf Jahre alt. Zur ersten Berührung der bereits Pubertierenden sei es zufällig gekommen. «Warum dies eine sexuelle Erregung bei mir ausgelöst hat, kann ich nicht sagen», so der Angeklagte. In der Folge kam es aber zu mindestens zehn weiteren Fällen, bei denen das Mädchen vom Familienvater angegangen wurde. Als sie bei dessen Tochter übernachtete, legte sich dieser gar zu ihr ins Bett und berührte sie wieder. Daneben schlief sein eigenes Kind.

2004 liess er vom Mädchen ab. Zwei Jahre geschah nichts, bis Anfang Sommer 2006 das zweite Mädchen – sie war noch keine zehn Jahre alt – Opfer des Angeklagten wurde. Wieder fasste er das Kind an und ging irgendwann weiter. Bei mehreren Gelegenheiten, als es im Haus des Angeklagten übernachtete, führte er dessen Hand an seinen Penis, um sich zu befriedigen. Er berührte das Mädchen auch, während es schlief.

Ende 2008, die Tante der Opfer war zu Besuch, war das jüngere seltsam still. Von der Verwandten darauf angesprochen, warf das ältere Mädchen ein: «Er berührt dich auch, oder?» Damit kam die Strafuntersuchung ins Rollen.

Andere Gewalt kennen gelernt

Seine eigenen Kinder habe er nie angefasst, beteuerte der Angeklagte, der gestern immer wieder weinte. Und er habe nie Gewalt gegen die Nachbarskinder angewendet. Es sei ihm durch die Therapie aber klar geworden, dass es nicht nur physische Gewalt gebe.

Der Staatsanwalt forderte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Das Gericht verurteilte den 50-jährigen ehemaligen Kommunalpolitiker zu einer 36-monatigen Freiheitsstrafe – 12 Monate davon muss er absitzen. Damit folgte das Gericht weitgehend den Aussagen der Opfer. Es geht davon aus, dass der Familienvater seine Therapie fortsetzt, und hat keine Massnahme angeordnet. Der vorsitzende Richter sagte bei der Urteilsverkündung, dass der 50-Jährige nicht nur das Vertrauen der Nachbarsfamilie missbraucht habe, sondern auch das der eigenen Familie. Die Ehefrau war bei Verhandlung anwesen. Sie und die Kinder sind über alle Vorfälle aufgeklärt worden und stehen nach wie vor zum Angeklagten.Publiziert: 18.03.2010, 02:01

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