KINDESMISSBRAUCH

Fall in NRW Schwerer Kindesmissbrauch – achte Festnahme, weitere Täter möglich

Köln (dpa/ger). Im Fall des mehrfachen, schweren Kindesmissbrauchs von Bergisch Gladbach ist der mittlerweile achte Verdächtige festgenommen worden. Die Auswertung von Chats führten die Polizei zu einem 47-Jährigen aus Lünen. Der Mann sei festgenommen worden und sitze bereits in Untersuchungshaft, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag. Es bestehe der Verdacht auf sexuellen Missbrauch.

Fotos und Videos in Chatgruppen mit bis zu 1.800 Mitgliedern geteilt

Anders als bei den bisher festgenommenen Verdächtigen soll sich der Mann aber nicht an seinen eigenen Kindern, sondern an anderen Opfern vergangen haben. Bei den bisher bekannten Opfern handelt es sich überwiegend um Kinder und Stiefkinder der mutmaßlichen Täter. Mehrere der Festgenommenen sollen ihre Opfer untereinander getauscht haben. Es gebe „sehr deutliche Hinweise” darauf, „dass sich mindestens zwei der beschuldigten Männer die eigenen Kinder gegenseitig zugeführt haben”, sagte der Bremer dem Spiegel. Nach einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers geht dies aus der Aussage eines Verdächtigen hervor.

Die Männer sollen zudem Fotos und Videos des sexuellen Missbrauchs der Kinder in Chatgruppen mit bis zu 1.800 Mitgliedern verbreitet haben. Fast alle Festgenommenen stammen aus NRW, einer kommt aus Hessen.

250 Polizeibeamte mit der Auswertung von Fotos und Videos beschäftigt

Bislang seien der Polizei dreizehn geschädigte Kinder im Alter von elf Monaten bis elf Jahren bekannt. Die Ermittler gehen aber von weiteren Opfern aus. Außerdem hat sie mehrfach betont, dass weitere unbekannte Täter nach wie vor aktiv sein könnten.

Momentan sind rund 250 Polizeibeamte damit beschäftigt, mehr als zehn Terrabyte Datenmaterial auszuwerten, „um schnellstmöglich noch andauernden Kindesmissbrauch zu unterbinden”, wie die federführende Kölner Polizei erklärte.

Ende Oktober waren bei einer Wohnungsdurchsuchung in Bergisch Gladbach große Mengen angeblich kinderpornografischer Inhalten sichergestellt worden. Daraufhin war ein bis dahin nicht polizeilich bekannter 42-jähriger Familienvater festgenommen worden. Die Chatverläufe des Mannes hätten zu weiteren Verdächtigen geführt.

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