FreispruchKINDESMISSBRAUCH

Für Angeblichen Kindesmissbrauch fehlten Beweise

Das Amtsgericht Duisburg musste am Donnerstag einen Hamborner (58) freisprechen. Die Aussage der Hauptbelastungszeugin war nicht verwertbar

Die schweren Vorwürfe, für die sich ein 58-jähriger Hamborner vor dem Amtsgericht verantworten musste, hätten den bislang nicht vorbestraften Mann für längere Zeit hinter Gitter bringen können. Laut Anklage hatte er sich zwischen November 2013 und Januar 2015 in drei Fällen an der zu Beginn zwölf Jahre alten Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen. Doch am Ende fehlten Beweise.

Der Angeklagte bestritt die ihm zur Last gelegten Taten. Ihm solle von der Frau, die auch ihre Tochter zur Falschaussage angestiftet habe, nur etwas angehängt werden.

Starke Belastungstendenzen
Die 51-jährige Zeugin hatte die Strafanzeige gestellt als sie im Krankenhaus lag, in das sie angeblich der Angeklagte gebracht hatte. Ein entsprechendes Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ist beim Amtsgericht Hamborn anhängig. Die Zeugin belastete den Angeklagten gestern vor Gericht schwer, tischte aber bei ihrer Aussage ständig neue Vorwürfe auf. Angeblich hatte sie jetzt sogar einige sexuelle Übegriffe selbst mitbekommen. Die Antwort auf die Frage, warum sie dann nicht eingegriffen habe, blieb sie schuldig.

Eindeutige Belastungstendenzen wies auch die Vernehmung der inzwischen 15-jährigen Hauptbelastungszeugin auf. Auch sie schilderte die sexuellen Übergriffe deutlich schlimmer als in früheren Angaben bei der Polizei und erwähnte immer neue Taten.

Glaubwürdigkeitsgutachten
Eine Psychologin, die ein aussagepsychologisches Gutachten erstellte, hielt die Aussage der 15-Jährigen für nicht verwertbar. Es gebe darin keine Konstanz, dafür aber reichlich Widersprüche und ständig neue Sachverhalte. Eine mögliche Ursache sah die Expertin im Wirken einer Therapeutin, in deren Behandlung sich die 15-Jährige seit der Strafanzeige befindet. „Sie ist offenbar davon überzeugt, dass die Zeugin die Wahrheit sagt und geht dabei sehr suggestiv vor.“

Der Freispruch fiel danach rasch. Die Kosten für das Verfahren trägt die Staatskasse

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