KINDESMISSBRAUCHLaufendes Gerichtsverfahren

Gewalt und sexueller Missbrauch: Ex-DEL-Spieler Ledlin schließt sich Klage an

Der frühere DEL-Profi Fred Ledlin hat sich wegen Gewalt und sexuellen Missbrauchs einer Sammelklage gegen die kanadischen Eishockey-Juniorenligen angeschlossen. “Alle haben es gesehen, und alle haben es gewusst”, sagte der 57-Jährige im Gespräch mit den Eishockey News und schilderte eindringlich die Erniedrigungen, die er als 16-Jähriger vor allem in der Kabine oder im Bus erleiden musste: Ihm…

“Alle haben es gesehen, und alle haben es gewusst”, sagte der 57-Jährige im Gespräch mit den Eishockey News und schilderte eindringlich die Erniedrigungen, die er als 16-Jähriger vor allem in der Kabine oder im Bus erleiden musste: Ihm wurde ein mit Wärmesalbe bestrichener Zahnstocher in den Penis eingeführt oder ein Schläger in den Hintern gesteckt. Es habe ein Klima der Angst geherrscht.

Mehrmals gab Ledlin auf, wechselte den Klub, doch überall erlebte er die gleichen brutalen Rituale. Auf den bis zu 30 Stunden langen Busfahrten zu Auswärtsspielen habe er sich “nie getraut zu schlafen”. Der Klage von 14 Spielern gegen den Dachverband CHL und die drei Juniorenligen OHL, QMJHL und WHL schloss sich der Kanadier mit einer eidesstattlichen Erklärung an, weil Gewalt und sexueller Missbrauch noch immer gegenwärtig sind.

“Ich mache das alles jetzt öffentlich, weil ich will, dass die Kinder ungestört Eishockey spielen können. Und auch mit 16 in einer Juniorenliga ist man noch ein Kind”, sagte Ledlin: “Mir bringt es nichts, aber wenn ich nur einem Kind helfen kann, dass es so etwas nicht erleben muss, habe ich viel erreicht. Ich mache das jetzt, weil wir im Jahr 2020 leben. Irgendwann muss das aufhören!”

Sein persönlicher Albtraum endete erst, als er 1984 nach Deutschland kam. Er spielte unter anderem in der Oberliga und zweiten Liga für die bayerischen Traditionsklubs EC Bad Tölz und SC Riessersee, für den EHC Freiburg in der Bundesliga und für die Adler Mannheim 1995 in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). “In Deutschland war es schön”, sagte Ledlin, der heute Nachwuchstrainer in Stuttgart ist: In der Kabine habe man so sein können, “wie man wirklich ist. Man kann sich unterhalten und lachen. In Kanada waren alle irgendwie verklemmt.”

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