KINDESMISSBRAUCHVERHAFTETE TÄTER

Haftstrafe nach sexuellem Missbrauch „Sie war dem Angriff schutzlos ausgeliefert“

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch hat der Angeklagte bereits am Vortag die Tat gestanden.

Ein Gutachter stellte bei dem Hettstedter eine verminderte Steuerungsfähigkeit fest.

Wie sich das auf das Strafmaß auswirkt.

Hettstedter gesteht vor Gericht den Missbrauch

Der Mann hatte die Tat bereits am Vortag gestanden. Am Mittwoch äußerte sich derweil ein Gutachter zur Persönlichkeit des 28-Jährigen. Demnach sei er durch eine leichte Intelligenzminderung kognitiv eingeschränkt. Dies sei seit der Kindheit nachweisbar: Er sei an eine Lernbehindertenschule gegangen und arbeite derzeit in einer Behindertenwerkstatt. Beim Missbrauch seiner Nichte habe er wegen einer Konfliktsituation mit seiner Partnerin unter Stress gestanden.

Seine Steuerungsfähigkeit sei gemindert gewesen. Dies habe unter Druck offenbar zu einer Kurzschlussreaktion geführt, die ihm Nachhinein nicht erklärbar sei. Ansonsten gebe es bei dem Mann keine Anzeichen auf eine grundsätzliche pädophile Neigung oder eine Persönlichkeitsstörung. Vielmehr habe er ein relativ geordnetes soziales Leben. Wiederholungstaten seien eher nicht zu erwarten.

„Das familiäre Urvertrauen ist von Ihnen zerstört worden“

Die Staatsanwaltschaft hatte sich zuvor für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten ausgesprochen. Sie verwies unter anderem auf das Verwandtschaftsverhältnis, die Folgen der Tat für das Mädchen sowie die ausweglose Situation im Keller. „Sie war dem Angriff schutzlos ausgeliefert“, so die Staatsanwältin. Dem schloss sich das Gericht auch in der Urteilsbegründung an.

„Das familiäre Urvertrauen ist von Ihnen zerstört worden“, sagte der Vorsitzende Richter Detlev Bortfeldt. Trotz der Reue und der Tatsache, das der Mann vorher noch nicht straffällig geworden ist, sei das nicht zu entschuldigen. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden. Der 28-Jährige erklärte sich am Mittwoch im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung zudem zu einer Schmerzensgeldzahlung über 2.500 Euro bereit. (mz)

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