KINDESMISSBRAUCHVERHAFTETE TÄTER

Heimkinder angeblich zu Sexpartys gezwungen

In einem Wiener Heim sollen die Kinder zu Sex gezwungen und verkauft worden sein. Die Behörden ermitteln gegen einen 57-jährigen Unternehmer.

In Österreich wird wieder wegen möglichen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen in einem Heim für schwer erziehbare Kinder in Wien ermittelt. Sie sollen in den 90er Jahren zur Teilnahme an Sexpartys gezwungen worden sein. Die Staatsanwaltschaft geht einer Anzeige nach, die die Stadt Wien eingereicht hat.

Ähnliche Ermittlungen gab es auch schon vor zehn Jahren, die aber mit einem Freispruch für den Hauptbeschuldigten, den Chef einer Reinigungsfirma, endeten. Inwieweit sich die neuen Anschuldigungen mit den alten decken, war zunächst noch unklar.

«Wie Waren verkauft»

Derzeit werde gegen den mittlerweile 57-jährigen Unternehmer, zwei weitere namentlich bekannte Männer und drei derzeit noch nicht identifizierte mögliche Mittäter ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, der Nachrichtenagentur APA. «Die Vorwürfe lauten auf Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und sexuelle Belästigung.»

Laut einem Bericht auf der Website des österreichischen Radiosenders Ö1 waren sowohl Mädchen als auch Jungen betroffen. Sie seien «wie Waren verkauft» worden, erklärte ein namentlich nicht genannter, heute 24-jähriger früherer Heimbewohner. Sie seien geschlagen und auch vergewaltigt worden.

Beweise angeblich verschwunden

Ein anderer, inzwischen 27-jähriger Heimbewohner erklärte, die Minderjährigen seien zwar gezwungen, aber für ihre Dienste auch bezahlt worden. Er habe rund 170 Fotografien entdeckt, die Jugendliche im Alter von 14 Jahren und jünger bei sexuellen Handlungen in Wohnungen zeigten, die er mit anderen für einen Unternehmer gereinigt habe. Der 27-Jährige sagte, er habe die Fotos der Polizei übergeben, wo sie aber danach «verschwunden» seien. Er kenne auch fünf weitere Zeugen, die aber bei den früheren Ermittlungen nie befragt wurden.

Die Vorwürfe kamen jetzt im Zusammenhang mit den in etlichen Ländern Europas bekanntgewordenen Missbrauchsfällen wieder auf.

ddp/okuPubliziert: 11.05.2010, 15:35

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