KINDESMISSBRAUCHVERHAFTETE TÄTERVERURTEILTE TÄTER

Junger Mann missbraucht sechsjährige Tochter seines besten Freundes

Espelkamp/Stemwede/Bielefeld. Carsten V. und Uwe I. (Namen aller Betroffenen geändert) waren seit Schultagen beste Freunde – bis zu jenem Tag, an dem der Erstgenannte die Tochter von I. missbrauchte. Das Bielefelder Landgericht verurteilte den 29 Jahre alten Mann aus Stemwede nun wegen sexuellen Missbrauchs eines Kinds zu zweieinhalb Jahren Haft.

In der mehrtägigen Verhandlung vor der IV. Großen Strafkammer – einer Jugendschutzkammer – des Landgerichts hatte Carsten V. den gegen ihn erhobenen Vorwurf bis zuletzt bestritten. Er könne sich überhaupt nicht erklären, wie der Verdacht, er könne die damals sechs Jahre alte Paula angefasst haben, zustande komme. Paulas Vater und er seien bereits seit Ewigkeiten enge Freunde, er habe häufig im Haus der Familie in Espelkamp übernachtet und Paulas Eltern immer geholfen, wenn diese Hilfe benötigt hätten.

Alle diese Angaben stellte auch das Ehepaar I. vor Gericht nicht in Abrede. Und dennoch war es in der Nacht auf den 2. Januar des vergangenen Jahrs zu einem Vorfall gekommen, der nun für die Verurteilung von Carsten V. sorgte.

In jener Nacht hatte V. wie bereits schon häufig bei seinen Freunden in Espelkamp übernachtet. Doch hielt es ihn nicht in dem für ihn im Wohnzimmer bereiteten Bett. Als alle schlafen gegangen waren, begab sich V. in das Zimmer von Paula und nahm sexuelle Handlungen an dem Kind vor. Am folgenden Morgen schließlich kam Uwe I. auf ihn zu und sagte: „Wir müssen reden.” Paula, die neben ihrem Vater stand, fügte hinzu: „Gleich kommt die Polizei.”

In der Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht hatte Carsten V. die Vermutung geäußert, dass Paula sich die Geschichte ausgedacht haben könne, weil sie möglicherweise pornografisches Material auf dem Mobiltelefon ihres Vaters gesehen habe – eine Möglichkeit, die das Ehepaar I. kategorisch ausschloss.

Die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster glaubte den Schilderungen von Paula, die in nichtöffentlicher Verhandlung erfolgt waren. Lediglich der zunächst angeklagte schwere Missbrauch ließ sich nicht nachweisen, der Übergriff war in seiner Intensität nicht ganz so drastisch wie zunächst angenommen.

Dass dies die Tat nicht bagatellisieren solle, daran ließ Richter Glashörster keinen Zweifel: Carsten V. habe das Vertrauen der Freunde und deren Tochter missbraucht. Darüber hinaus sei die Tat im Kinderzimmer geschehen – einem Zimmer, in dem ein Kind sich absolut sicher fühlen sollte.

Die Kammer verurteilte V. letztlich zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Der 29-Jährige stand darüber hinaus zur Tatzeit unter laufender Bewährung, mit deren Widerruf er nun rechnen muss.

Share with:


Related Articles

Leave a Reply

Back to top button