Kindesmissbrauch: Gericht Verkürzt Haftstrafe

Halle/Bielefeld (WB). Nach 18 Monaten juristischer Auseinandersetzung hat ein verurteilter Sexualstraftäter aus Halle am Freitag sein vorerst endgültiges Urteil erhalten: Nur um fünf Monate wurde seine ursprünglich ausgeurteilte Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftöchter (5 und 6) nach erfolgreicher Revision abgesenkt.

Die IV. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld war nach dem vorläufigen Veto des Bundesgerichtshofs (BGH) zwar an dem Schuldausspruch der III. Großen Strafkammer vom 14. Dezember 2016 gebunden, die angeklagten Straftaten wurden also dem mittlerweile 42-jährigen Haller zugerechnet. Jedoch hatten die Bielefelder Richter über das Strafmaß neu zu entscheiden.

Der Bundesgerichtshof unterstrich damit die Feststellungen des Landgerichts, dass der Berufskraftfahrer in den Jahren von 2010 bis 2014 seine beiden Stiefkinder, welche zu Beginn der Taten fünf und sechs Jahre jung waren, sexuell missbraucht hatte. Dazu nutzte der bisher straffrei lebende Mann die Abwesenheit der Mutter aus und verging sich in der Haller Wohnung an den Kindern.

Neue Fälle als sexuellen Missbrauch gewertet
Insgesamt neun Fälle wertete das Gericht als sexuellen Missbrauch, dazu zwei weitere Fälle als schwere Delikte. Bei einer Tat soll der Mann das Vergehen mit der Fotofunktion seines Mobiltelefons dokumentiert haben.

Erst als nach der vorläufigen Trennung des Paares ein neuerlicher Wiedereinzug des Stiefvaters drohte, öffneten sich die Mädchen ihrer Mutter und berichteten von den Vorfällen. Der zweifach geschiedene Mann wurde angezeigt.

Bereits bei der polizeilichen Vernehmung machte der 42-Jährige reinen Tisch und räumte die Missbrauchshandlungen vollumfänglich ein. Den damaligen Vorsitzenden Richter der III. Strafkammer überraschte der Angeklagte damit, dass er sogar Taten einräumte, die die Kinder nicht gegenüber der Polizei angegeben hatten. Es folgte die Verurteilung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe gefordert
Gegen dieses Urteil beschwerte sich der Verurteilte mit der Revision vor dem BGH. Die Karlsruher Richter rügten mit Beschluss vom 7. August 2017, dass dem Angeklagten strafschärfend das große Altersgefälle zwischen ihm und den Opfern vorgehalten wurde. Dies sei nach dem Bundesgerichtshof ein unzulässiger Wertungsfehler.

Martin Rother, Verteidiger des Hallers, forderte eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Freitagvormittag eine Verurteilung in gleicher Höhe wie beim erstinstanzlichen. Die Jugendschutzkammer senkte schließlich das Strafmaß um fünf Monate ab und verhängte eine Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und zehn Monaten.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels16-06-2018
LandGermany
StadtBielefeld 
Alter des Täters42
Verurteilt2 Jahr(e) 10 Monat(e)
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenen 
Altes des Betroffenen5-6
Anzahl der Betroffenen2
Art der Tat
Anzahl der Taten9
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