KINDESMISSBRAUCH

Kindesmissbrauch: Polizei fahndet mit Foto nach Verdächtigem

Die Polizei ist einem Mann auf der Spur, der ein Mädchen sexuell missbraucht und Fotos von der Tat ins Internet gestellt haben soll. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) fahnden laut einer Mitteilung vom Donnerstag mit einem Foto nach dem Unbekannten. Er soll zur Tatzeit zwischen 25 und 35 Jahre alt gewesen sein. Die Ermittler werfen ihm vor, ein etwa achtjähriges Mädchen von Juni 2014 bis August 2015 mehrere Male missbraucht und Aufnahmen davon im Darknet – einem anonymen Bereich des Internets – verbreitet zu haben.

Bild- und Videodateien von mindestens 26 Missbrauchsfällen an dem Mädchen seien auf einer kinderpornografischen Plattform gefunden worden. Der Verdächtige habe auch Fotos von sich selbst online gestellt. “Dass Bilder von Beschuldigten im Darknet gefunden werden, ist ungewöhnlich”, sagte Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann mahnte härtere Strafen im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet an, etwa beim Cybergrooming. So bezeichnen Experten, wenn Pädophile über das Netz mit ihren Opfern Kontakte knüpfen, um sich für einen realen Missbrauch mit ihnen zu verabreden.

“Hessen fordert schon seit Jahren, solche Anbahnungsversuche im Internet unter Strafe zu stellen”, erklärte die CDU-Politikerin. “Die Erfahrungen der Praxis lassen vermuten, dass es beim Cybergrooming eine große Dunkelziffer in Deutschland gibt.” Oftmals trauten sich die Kinder nicht, den Eltern von den Vorfällen zu berichten.

Nach Ansicht von Kühne-Hörmann ist der Strafrahmen für den Besitz von Kinderpornografie zu niedrig. Er bewege sich unter dem Niveau dessen, was ein Ladendieb zu erwarten habe. “Die Folge ist, dass sich Konsumenten mit etwas Grundwissen nahezu gefahrenlos Kinderpornografie verschaffen können”, mahnte die Justizministerin. Sie schlug vor, den Strafrahmen für den Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie von derzeit drei auf bis zu fünf Jahre zu erhöhen. (dpa)

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