KINDESMISSBRAUCH

Kindesmissbrauch-Verdacht in Buchen: Bürgermeister sieht eines der schrecklichsten Verbrechen

Kindesmissbrauch-Verdacht in Buchen: Bürgermeister sieht eines der schrecklichsten Verbrechen
Bürgermeister Roland Burger wünscht sich, dass der Beschuldigte einen fairen Prozess, aber ein hartes Urteil bekommt

Buchen. (Wd) Ganz Buchen ist geschockt und rätselt, wo sich genau die schrecklichen Taten an den missbrauchten Kindern zugetragen haben sollen, die einem 54-Jährigen von der Mosbacher Staatsanwalt vorgeworfen werden. Wie die RNZ bereits gestern berichtete, wurde der Mann wegen des Verdachts des schweren Missbrauchs und der Vergewaltigung von Kindern in 61 Fällen angeklagt. Unterdessen hat sich Bürgermeister Roland Burger entsetzt über den Fall geäußert. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wohnte der Beschuldigte schon mehrere Jahre in Buchen. Auch der gefährlichen Körperverletzung seiner Frau wird er beschuldigt.

Bürgermeister Burger erklärte: Die Erkenntnis, dass vermeintlich nur “anderswo” stattfindende Dinge auch vor der eigenen Haustür stattgefunden haben, sei immer ein Schock. Insbesondere, wenn es sich um derart verabscheuungswürdige Verbrechen wie Kindesmissbrauch und häusliche Gewalt handele. “Auch hier in Buchen leben wir nicht auf einer Insel der Glückseligkeit. Unsere Kriminalitätsrate ist niedrig, aber diese Sicherheit ist relativ, weil es solche Verbrechen im Familienumfeld überall geben kann, wo Menschen leben.”

Kindesmissbrauch sei eines der schrecklichsten Verbrechen, auch weil Täter und Opfer sich niemals auf gleicher Augenhöhe gegenüber stehen. Das Kind sei immer hoffnungslos unterlegen, psychisch und physisch. Es habe keine Chance – und es leide ein Leben lang unter dem Geschehen, das zu allem Unglück oft auch noch tabuisiert werde.

Jeder habe in einem Rechtsstaat Anspruch auf einen fairen Prozess; aber in diesem Rahmen sollte ein schuldfähiger Täter, der die Abhängigkeit der ihm anvertrauten hilf- und arglosen Kinder ausgenutzt und missbraucht und eine ganze Familie tyrannisiert, gequält und verletzt habe, die ganze Härte des Gesetzes spüren müssen, erklärte Buchens Bürgermeister gestern der Rhein-Neckar-Zeitung.

Die Straftaten sollen sich im Zeitraum von 1994 bis im Jahre 2009 in Hockenheim, Neulußheim und Buchen ereignet haben. Wie Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering gestern auf Nachfrage präzisierte, habe der Mann, so der Tatvorwurf, im Sommer des Jahres 2012 in der ehelichen Wohnung das linke Bein seiner Ehefrau mit einem Feuerzeug verbrannt, so dass nach längerem Heilungsprozess Narben zurückblieben. Ans Licht der Öffentlichkeit kamen die Taten, als sich die Mutter der Ehefrau mutig zur Anzeige entschloss.

Die Vorgänge wurden vom Kriminalkommissariat Mosbach bearbeitet. Mosbacher Kripobeamte nahmen den 54-Jährigen am 19. Februar 2015 in der ehelichen Wohnung in Buchen fest. Seither sitzt der Mann, der teils geständig ist, in Untersuchungshaft.

Nach einem psychiatrischen Gutachten im Zuge der Ermittlungen ist der Mann voll schuldfähig.

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