KINDESMISSBRAUCH

Kreis Bad Duerkheim Vorwurf Kindesmissbrauch: Fantasie oder Verbrechen

Sexueller Missbrauch zweier Mädchen, zum Tatzeitpunkt sieben und acht Jahre alt, sowie der Besitz von kinderpornografischen Materials wird einem 39-jährigen Mann zur Last gelegt, dessen Prozess am Montag vor der ersten Strafkammer des Frankenthaler Landgerichtes eröffnet wurde. Der in Bad Dürkheim lebende Angeklagte bestreitet den Missbrauch. Zwischen Januar 2013 und Oktober 2014 soll sich der Mann laut Anklage 14-mal an den Mädchen vergangen haben. In dieser Zeit haben die Kinder öfter bei dem heute 39-Jährigen übernachtet. Mit der Mutter der Mädchen war er gut befreundet. Im Oktober 2014 erzählte eines der Mädchen ihrer Oma, was der nun Angeklagte angeblich gemacht haben soll. Später habe dies auf Nachfrage auch die Schwester getan, berichtete die Großmutter als Zeugin. Die Mutter der Mädchen erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Bei einer Hausdurchsuchung am 22. Oktober 2014 fand die Polizei auf Computer-Festplatten des Angeklagten kinderpornografische Bilder und Videos, die, so ein Polizist, auf den Datenträgern gut versteckt gewesen seien. Auf einschlägigen Internet-Portalen war der Angeklagte ebenfalls unterwegs. Die Polizei stellte Chatverläufe sicher, die im Prozess verlesen wurden. Den Besitz des kinderpornografischen Materials stritt der Angeklagte nicht ab. Die Bilder und Videos habe er auf Datenträgern gefunden, die er vom Wertstoffhof in Friedelsheim mitgenommen haben will. Damals, als er noch in der Südpfalz lebte, habe er alte Computer repariert. Er sei sich bewusst gewesen, dass der Besitz illegal ist. „Darin lag der Reiz“, sagte der 39-Jährige, der seine Erklärung selbst als ein wenig unglaubwürdig klingend bezeichnete. Die Vorwürfe der Mädchen, er habe sich an ihnen vergangen, bestritt der Angeklagte. Seine Äußerungen im Internet mit einem Gesprächspartner, die ebenfalls auf eine sexuelle Neigung zu Kindern schließen lassen können, habe er nur getan, um sich wichtig zu machen. Sie seien seiner Fantasie entsprungen. „Ich erzähle gerne Geschichten“, so der 39-Jährige. Zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt habe er eine volljährige Freundin gehabt, immer Beziehungen zu gleichaltrigen Frauen gepflegt. Eifersucht auf diese Frauen könnten nach Meinung des Angeklagten den Ausschlag für die Aussagen der Kinder gegeben haben. Verteidigerin Anne Patsch, die in einem früheren Schreiben den Missbrauch eingeräumt hatte, sagte, diese Äußerung habe auf einem Missverständnis in der Kommunikation mit ihrem Mandanten beruht. Dieser habe Fantasien, die nicht strafbar seien. Nach wie vor sei sie der Meinung, dass er in therapeutische Behandlung gehöre. Nach einem Beweisantrag der Anwältin soll nun die damalige Freundin des Angeklagten als Zeugin geladen werden. Noch nicht entschieden hat das Gericht über einen weiteren Beweisantrag, ob ein psychologisches Gutachten über das Aussageverhalten der Kinder, die am Montag nichtöffentlich gehört wurden, erstellt werden soll. Die Anwältin sah aufgrund der großen Differenzen der Aussagen der Mädchen bei der Polizei und vor Gericht diese als wenig glaubwürdig an. Vor Gericht seien die Mädchen außerstande gewesen, ihre Vorwürfe konkret zu wiederholen. Fremdeinflüsse im Vorfeld des Prozesses schloss die Anwältin nicht aus, da die Aussagen teilweise in der Wortwahl nicht mehr kindgerecht gewesen seien. Der Prozess wird am 29. Juli mit einem kurzen Überbrückungstermin und am 22. August, jeweils 9 Uhr, fortgesetzt.

Share with:


Related Articles

Leave a Reply

Back to top button