KINDESMISSBRAUCHLaufendes Gerichtsverfahren

Landgericht Cottbus Vater droht nach Kindes-Missbrauch in Groß Schacksdorf weitere Strafe

Der Missbrauchsfall um eine 13-Jährige hat im vergangenen Jahr für reichlich Wirbel in Groß Schacksdorf gesorgt. Die Eltern wurden verurteilt. Nun allerdings kommt der Fall noch einmal an das Cottbuser Landgericht.

Vier Jahren und sechs Monate Gefängnis – so lautete das Urteil das die Cottbuser Richter im vergangenen Jahr nach einer monatelangen Verhandlung gefällt haben. Der Angeklagte Stephan P. (49) wurde wegen mehrerer Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes schuldig gesprochen. Seine Lebensgefährtin Monika R. (54) wurde unter anderem wegen Beihilfe zu einer – zur Bewährung ausgesetzten – Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.Es schien das Ende eines jahrelangen Dramas zu sein. Im Oktober 2017 war der Fall an die Öffentlichkeit gelangt, als die Mutter und ihr Lebensgefährte scheinbar verzweifelt nach der Tochter – damals 13 Jahre alt – suchten. Sie lebte seit Jahren in unterschiedlichen Heimen.

Nach monatelanger Suche fand die Polizei sie dann im März 2018 ausgerechnet in der Schacksdorfer Wohnung ihrer Mutter. Schnell kam heraus, dass die Mutter und ihr Lebensgefährte nicht die besorgten Eltern sondern tatsächlich die Peiniger des Kindes waren.

BGH verweist Schacksdorfer Missbrauchsfall erneut ans Landgericht

Doch so schnell nimmt die juristische Aufarbeitung des Falles kein Ende. Denn sowohl Anklage als auch Verteidigung haben Revision eingelegt. Seit Monaten liegt diese beim Bundesgerichtshof (BGH). Dieser hat nun eine Entscheidung bekannt gegeben.

Zwei Anträge haben die Richter des BGH abgelehnt. Dies betrifft zunächst das Urteil gegen die Mutter, das der Staatsanwaltschaft zu milde erschien – schließlich kam sie mit einer Bewährungsstrafe um einen Gefängnisaufenthalt herum. Grund, dieses Urteil noch einmal zu behandeln, sieht der BGH aber nicht.

Missbrauchsfall: Urteil gegen Schacksdorfer Mutter bestätigt

Auch die Revision des Angeklagten selbst haben die Richter verworfen. Dennoch wird der Fall nun wohl erneut vor dem Landgericht in Cottbus landen. Den der BGH hat auf die Revision der Staatsanwaltschaft den Freispruch des Angeklagten in einem weiteren Missbrauchsfall aufgehoben. „Über diesen Vorwurf der Anklage muss demnach neu entschieden werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des BGH.

Im ersten Prozess waren nämlich nur drei der zahlreichen Missbrauchsfälle in das Urteil eingegangen. Bei den anderen sahen die Cottbuser Richter keine ausreichende Beweisbarkeit. Anders der BGH. Um welchen Vorwurf es allerdings konkret gehen wird, bleibt abzuwarten. Noch liegt die Begründung des BGH nicht vor, sodass auch die Cottbuser Staatsanwaltschaft noch keine Aussage dazu treffen kann.

Einen Termin für die Verhandlung am Landgericht in Cottbus gibt es auch noch nicht.

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