KINDESMISSBRAUCH

Mädchen im Darknet für Sex angeboten: Angeklagter gesteht, schluchzt und redet sich raus

Alexander G. schluchzt hemmungslos, als Staatsanwalt Martin Keicher an diesem Dienstag die Anklage verliest. Der 36-jährige Eventmanager ist nicht etwa das Opfer. Er ist der Angeklagte in dem Prozess vor dem Landgericht um versuchten sexuellen Missbrauch von Kinder und versuchten Menschenhandel. Alexander G. soll jahrelang über Fake-Accounts mehrere Chatplattformen Kontakte zu Mädchen aufgenommen, von ihnen Nacktfotos verlangt und die Kinder über das Darknet an Freier angeboten haben. Ihm droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Fantasien im Kopf des Angeklagten„Ich räume die Vorwürfe ein“, sagt der Angeklagte dann. Er habe über WhatsApp mit meist 13-jährigen Mädchen Kontakt aufgenommen, sich als gleichaltrige Jessica oder als junger Mann ausgegeben und mit den Mädchen über deren sexuelle Erfahrungen kommuniziert. Er habe austesten wollen, wie weit er gehen könne. Er habe oft die Rolle des Bad Boys eingenommen und dabei „entgleiste Charaktere“ gespielt, wie er schildert.Alexander G. räumt ein, dass er die Mädchen gedrängt habe, ihm intime Fotos zuzusenden. Er habe sie auch zu Sex gegen Geld überreden wollen. Allerdings, so räumt er ein, habe er niemals daran gedacht, auch nur einen Euro „mit so etwas“ zu verdienen. Auch sei es nie zu sexuellen Handlungen gekommen. Diese letzte rote Linie habe er nie überschritten. „Es war immer nur die Fantasie in meinen Kopf, die mich getrieben hat“, erklärt er.Neue Ermittlungsmethoden der PolizeiIm Sommer vergangenen Jahres sei er erstmals ins Darknet gegangen. Dort, so gibt er zu, habe er sich auch Hunderte Dateien mit kinderpornografischen Inhalten heruntergeladen und Mädchen gegen Geld angeboten. Er habe sehen wollen, ob es wirklich eine Nachfrage gebe. Alexander G. hatte laut Anklage Männern zunächst ein 13-jähriges Mädchen angeboten. Doch da waren ihm die Ermittler nach Hinweisen aus dem Darknet schon auf der Spur. Ein verdeckter Ermittler gab sich als vermeintlicher Freier aus. Es sei nicht leicht gewesen, Alexander G. auf die Spur zu kommen, sagt der Staatsanwalt. So habe Alexander G. unter anderem Handys ohne SIM-Karte genutzt. Neue Methoden mussten angewandt werden, um den Mann zu ermitteln. 380 Euro für Sex mit KindernAlexander G. soll dem verdeckten Ermittler erneut ein 13-jähriges Mädchen vermittelt haben – 380 Euro sollte das Kind für sexuelle Dienste bekommen. Der Angeklagte soll dem Mädchen in dem Chat vorgeschwärmt haben, wie leicht es sei, mit Sex Geld zu verdienen. Im03 diesen Jahres wurde er festgenommen.Der Angeklagte saß bis 9. Oktober in Untersuchungshaft, dann hob das Kammergericht den Haftbefehl auf. Eine zu erwartende Haftstrafe von vier Jahren begründe keine Fluchtgefahr. Seitdem ist der Angeklagte nach eigenen Angaben in Therapie. Er soll zwei Mädchen bereits Schmerzensgeld gezahlt und sich bei ihnen entschuldigt haben.„Ich wollte Angebot und Nachfrage zusammenbringen“Was geschehen wäre, wenn er nicht festgenommen worden wäre, will der Richter wissen. „Das möchte ich mir nicht ausmalen“, sagt Alexander G. Möglicherweise hätte er wirklich ein Mädchen an einen Mann vermittelt, der kein verdeckter Ermittler gewesen sei. „Ich wollte Angebot und Nachfrage zusammenbringen“, sagt er.Später entschuldigt sich Alexander G. erneut bei einer Mutter, die in dem Verfahren Nebenklägerin ist. Die Frau sagt, ihre Tochter werde das Thema ein Leben lang begleiten. Sie sei in der Schule gemobbt worden, weil sie angeblich gegen Geld mit Männern schlafe. „Sie können sich gar nicht vorstellen, was sie angerichtet haben“, sagt die Mutter. Der Prozess wird fortgesetzt.

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