KINDESMISSBRAUCHVERHAFTETE TÄTERWIEDERHOLUNGSTÄTER

Mann bestreitet Kindsmissbrauch

in Mexikaner ist in erster Instanz wegen sexueller Handlungen mit einem Kind zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Am Kantonsgericht St. Gallen verlangt er einen Freispruch.

ST. GALLEN. Dem 68jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe in der Zeit von 1997 bis 2004 mehrfach sexuelle Handlungen mit der Enkelin seiner zweiten Frau begangen. Das Mädchen war zwischen sieben und vierzehn Jahre alt. Das Kreisgericht Toggenburg sprach den Mann teilweise frei, teilweise schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren. Es verpflichtete ihn zur Zahlung einer Genugtuung in der Höhe von 15 000 Franken.

Grossmutter immer dabei

In der Berufungsverhandlung von gestern verlangte der schweizerisch-mexikanische Doppelbürger einen vollumfänglichen Freispruch. Er habe sich nie alleine mit den Grosskindern im Haus aufgehalten. Seine Frau sei immer anwesend gewesen, wenn das Mädchen zu Besuch gekommen sei. Er könne sich die Vorwürfe gegen ihn nicht erklären.

Die Aussagen des Grosskindes seien wenig glaubwürdig, erklärte der Verteidiger. Konkret gehe es um drei Tatvorwürfe innerhalb von acht Jahren. Nur einer sei einem bestimmten Datum zugeordnet. Es erstaune, dass das angeblich traumatisierte Mädchen die Übergriffe weder in seinem Tagebuch niedergeschrieben noch seiner Mutter erzählt habe. Seltsam sei auch, dass die Enkelin detailliert geschildert habe, welche sexuellen Übergriffe der Stiefgrossvater mit ihr gemacht habe, sich jedoch nicht mehr daran erinnere, ob er dabei Gewalt angewendet oder sie sich gewehrt habe. Nicht nachvollziehbar sei, dass sie als 18-Jährige die Grosseltern trotz der angeblichen Vorfälle auf eine dreiwöchige Ferienreise durch Mexiko begleitete. Der Verteidiger wies auch darauf hin, dass die Ehefrau des Beschuldigten zu ihrem Ehemann stehe.

Ausweichende Antworten

Die Staatsanwältin plädierte auf Abweisung der Berufung. Das Opfer habe das Tagebuch nicht als Ventil benutzt, auch nicht in anderen Lebenssituationen, betonte sie. Deshalb seien die fehlenden Einträge zu den Übergriffen keine entlastenden Hinweise für den Beschuldigten. Er habe in den Einvernahmen oft ausweichend Antwort gegeben. Statt die Vorwürfe klar zurückzuweisen, habe er von anderen Begebenheiten erzählt. Das Opfer habe ausgesagt, dass die Übergriffe immer wieder stattgefunden hätten, erklärte die Rechtsanwältin der Enkelin. Deshalb sei es verständlich, dass die junge Frau heute Erinnerungslücken habe und nicht alles chronologisch einordnen könne. Das Verfahren sei ins Rollen gekommen, nachdem ihre Mandantin 2009 zum ersten Mal über die Übergriffe gesprochen habe. Weil sexuelle Handlungen mit einem Kind ein Offizialdelikt sei, habe der zuständige Vermittler Anzeige erstattet. Die junge Frau leide noch heute unter dem Geschehenen. Sie sei vom Beschuldigten im Haus der Grossmutter schamlos ausgenutzt worden.

Das Kantonsgericht St. Gallen hat auf eine mündliche Urteilseröffnung verzichtet. Es wird seinen Entscheid in den nächsten Tagen veröffentlichen.

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