KINDESMISSBRAUCH

Nachbar missbrauchte einen Elfjährigen

Nachbar missbrauchte einen Elfjährigen 15.10.09, 00:00 Uhr email facebook twitter Messenger BONN. Elf Jahre liegt der Kindesmissbrauch bereits zurück, aber keiner hat den Übergriff vergessen: weder der Täter noch das Opfer. Elf Jahre war Tobias (Name geändert) alt, als er einem damals 57 Jahre alten Nachbarn half, für eine Geburtstagsparty Luftballons aufzublasen. Der Nachbar vergriff sich an dem Kind. Zehn Minuten soll der böse Spuk gedauert haben, dann wurde Tobias zum Essen gerufen. Das Kind verschwand. Über die Szene wurde nie mehr gesprochen, auch gab es keine weiteren Übergriffe. In der Pubertät wurde Tobias dann allerdings sehr problematisch. Aus dem freundlichen, ja fröhlichen Kind – so beschrieb ihn seine Mutter später – wurde ein schwieriger Junge, der sich sehr zurückzog. Mit 21 Jahren schließlich zeigte Tobias, mittlerweile Student, den Kindesmissbrauch aus dem Sommer 1998 an. Der Nachbar, inzwischen Rentner, legte sofort ein Geständnis ab. Der heute 68-Jährige zeigte sich fassungslos über das, was er damals gemacht hatte. Dem Tobias schrieb er sofort einen Brief, entschuldigte sich und bot ihm im Sinne auch eines Täter-Opfer-Ausgleiches ein Schmerzensgeld an. Aber der heute 22-Jährige antwortete nicht auf den Brief. Das Bonner Amtsgericht verurteilte den 68-Jährigen gestern wegen schweren sexuellen Missbrauchs im besonders schweren Fall zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Täter und Opfer sahen sich auch gestern im Prozess nicht wieder. Tobias musste wegen des Geständnisses des Angeklagten nicht als Zeuge erscheinen. Im Prozess entschuldigte sich der Rentner gestern noch einmal und zeigte sein eigenes Entsetzen über die Tat: Nie zuvor oder danach habe er pädophile Neigungen gehabt. Als Bewährungsauflage muss der 68-Jährige 2000 Euro an die Hannah-Stiftung überweisen. Das Urteil akzeptierte er sofort. (ucs)

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