Oberländer wegen Missbrauchs vor Gericht: Ein Geständnis fast ohne Worte

„Ich bin schuldig.“ Mit leiser Stimme gab ein 20-jähriger Oberländer am Freitag am Landesgericht zu, drei minderjährige Mädchen (das jüngste war erst zehn) über WhatsApp zu sexuellen Handlungen aufgefordert zu haben, in zwei Fällen erfolgreich. 

Der Angeklagte bestritt auch nicht, Videos von diesen Handlungen angefordert und teils auch erhalten zu haben. Doch als es um das Motiv des Lehrlings ging, wurde es schwierig. Die Richterin musste dem Angeklagten mühsam nahezu jedes Wort abringen, ja fast schon in den Mund legen. 

Warum er das denn getan habe? „Ich war einsam“, antwortete der 20-Jährige nach einem Seufzer. Und warum habe er weitergemacht, als er sah, dass seine Chat-Bekanntschaften noch Kinder waren: „Ich weiß es nicht“, stammelte er. Als die Richterin nachbohrte, räumte der Oberländer ein, keinen persönlichen Kontakt zu gleichaltrigen Frauen zu haben. „Haben Sie über WhatsApp sexuelle Erfahrungen gesammelt?“ Ja, schon, meinte der Beschuldigte. Die Richterin wunderte sich: Bei den Chats mit den Mädchen habe der Angeklagte gar nicht schüchtern gewirkt, vielmehr locker geflirtet und klare Anweisungen gegeben.

Für den 20-Jährigen standen bis zu zehn Jahre Haft auf dem Spiel: Immerhin ging es um schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen und das Herstellen von Kinderpornos. Die Anwältin eines Opfers hatte kein Verständnis für den Angeklagten: „Sie haben ein Bild Ihres Geschlechtsteils geschickt. Sie war erst zehn, ein Kind.“

Der Angeklagte kam mit einem blauen Auge davon: ein Jahr Haft bedingt, 4320 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels17.07.2021
LandÖsterreich
StadtTirol
Alter des Täters20
Verurteilt1 Jahr(e)
BewährungJa
Geschlecht des Betroffenenweiblich
Anzahl der Betroffenen3
Art der TatMissbrauch
Anzahl der Taten2
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