Olsberg/Meschede: Haftstrafe – Mädchen sexuell missbraucht

Ein Mann soll ein Mädchen in Olsberg und Meschede missbraucht haben. Er streitet das ab. Der Gericht fällt jetzt das Urteil. Die Hintergründe:

Das zehn Jahre Mädchen ist so oder so Opfer: Wenn es, wie vom Gericht festgestellt, sexuell missbraucht wurde oder wenn nicht, wurde es manipuliert bzw. instrumentalisiert, dann hätte man das Kind einer Tortur unterzogen.

Mann war ein Freund der Familie

Am letzten, dem vierten Verhandlungstag vor dem Landgericht Arnsberg ging der Prozess gegen einen 37-jährigen Mann aus Meschede zu Ende, der angeklagt war, in 2019 die damals neunjährige Tochter seiner befreundeten Familie schwer sexuell missbraucht zu haben. Diese Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestritt der Angeklagte, der mit seiner Familie und der des Mädchens 2015 von Afghanistan nach Deutschland, sprich Olsberg, gekommen war. Er gab vor Gericht an, dass es sich von den früheren Freunden um einen Racheakt aus Eifersuchtsgründen gehandelt habe. Die Eltern des Kindes hätten von ihm 1.500 Euro verlangt. Dann würden sie keine Anzeige erstatten und die Angelegenheit unter sich ausmachen. Das Kind hatte sich seiner Mutter anvertraut, die das Jugendamt einschaltete und eine Frauenärztin aufsuchte. Winterberg hofft, dass NRW Skifahren doch noch erlaubt

Glaubwürdigkeitsgutachten der Psychologin

Diese Ärztin gab vor Gericht an, dass das Kind defloriert gewesen sei. Das Gericht hörte eine ganze Reihe von Zeugen an, kam aber zu keinem eindeutigen Ergebnis. Die Zehnjährige allerdings, die unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit angehört wurde, sei, so Gericht und Staatsanwaltschaft, glaubwürdig gewesen. Zu derselben Erkenntnis kam eine Psychologin in ihrem Glaubwürdigkeitsgutachten. Das Mädchen sei nicht in der Lage gewesen, eine solche Geschichte zu erfinden. Sie habe keine Hinweise auf eine falsche Aussage gefunden. Anhaltspunkte auf eine Manipulation durch die Eltern gebe es nicht. Wie hat Corona unser Leben im Altkreis Brilon verändert?

Genau das aber sah die Verteidigerin Melanie Scheuermann anders. Das Kind sei von der Gutachterin sei zu wenig hinterfragt worden. Kinder in diesem Alter seien bei entsprechender Manipulation durchaus in der Lage, konstant dieselben Angaben wiederholen. Ihr Mandant hätte sich ebenfalls gern einem Glaubwürdigkeitsgutachten gestellt. Wahrscheinlich wäre das Gericht dann zu anderen Erkenntnissen gekommen. „Ich beantrage für meinen Mandanten aufgrund erheblicher Zweifel Freispruch“, so Anwältin Scheuermann. 

Freiheitsstrafe von drei Jahren

Doch das Gericht kam zu einem anderen Ergebnis: Es verurteilte den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauch zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Es gebe reichliche Indizien für diese vorgeworfenen Taten. Zum Beispiel: Ihre Aussagen seien über lange Zeit stabil geblieben, sie seien nicht auswendig gelernt gewesen, ihre Schilderungen plausibel. „Es sprechen viele Indizien für die wahrheitsgemäße Aussage des Kindes“, so der Vorsitzende Richter. Es erging der Beschluss, dem Angeklagten DNA-Material zu entnehmen und zu speichern, weil es sich hier um eine Straftat von erheblicher Bedeutung handelt. 

Anwältin Melanie Scheuermann kündigte Revision gegen das Urteil an. 

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels07.03.2021
LandDeutschland
StadtOlsberg
Alter des Täters37
Verurteilt3 Jahr(e)
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenenweiblich
Altes des Betroffenen9
Anzahl der Betroffenen1
Art der TatMissbrauch
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