Pädophiler wird nicht verwahrt

Ein 47-jähriger Rheintaler, der sich sexueller Handlungen mit Kindern schuldig gemacht hat, muss sich einer stationären Therapie unterziehen. Auf eine Verwahrung hat nun das Kantonsgericht verzichtet.

Vor eineinhalb Jahren hatte das Kantonsgericht St. Gallen den Mann zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt und seine Verwahrung beschlossen. Der Verurteilte appellierte ans Bundesgericht, welches ihm teilweise recht gab. Deshalb musste das Kantonsgericht den Fall am vergangenen Dienstag neu beurteilen (Ausgabe vom 15. Dezember).

In seinem neuen Urteil hat das Richtergremium nun eine Freiheitsstrafe von vier Jahren ausgesprochen. Von einer Verwahrung sieht es ab. Der geschiedene Autoservicemann muss sich jedoch einer stationären therapeutischen Massnahme unterziehen. Er sitzt seit bald vier Jahren in Untersuchungshaft.

Keine Vergewaltigung

Verurteilt wurde der Mann wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornographie, Nötigung, Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Im ersten Urteil lautete ein weiterer Schuldspruch auf Vergewaltigung. Dieser Anklagepunkt fiel in der Verhandlung vom Dienstag weg.

Vorwürfe zurückgewiesen

Das Bundesgericht hatte in seinem Entscheid die Beweiswürdigung zum Vorwurf der Vergewaltigung beanstandet. Es bemängelte vor allem, die Glaubwürdigkeit des Opfers sei zu wenig überprüft worden. Bei den ursprünglichen Vorwürfen gegen den Angeklagten ging es darum, dass er 2006 in seiner Wohnung in St. Margrethen ein damals 15-jähriges Mädchen vergewaltigt haben soll. Der Mann wies die Anschuldigung zurück. Das Mädchen habe ihm freiwillig einen Gefallen getan, weil er ihr jeweils Marihuana überlassen habe.

Rückfallgefahr beurteilt

Ein weiterer Vorwurf lautet auf sexuelle Handlungen mit einem elfjährigen Kind in einer Badeanstalt. In seiner Wohnung wurde zudem pornographisches Video- und Bildmaterial gefunden.

An der Gerichtsverhandlung hatte ein psychiatrischer Gutachter die Rückfallgefahr des Mannes als hoch einstuft. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb neben einer Freiheitsstrafe von vier Jahren die Verwahrung des Mannes beantragt.

Der Verteidiger forderte für den Mann eine Gefängnisstrafe von lediglich einem Jahr. Es sei nicht bewiesen, dass überhaupt etwas zwischen seinem Mandanten und dem noch nicht ganz 16-jährigen Mädchen vorgefallen sei, hatte er seinen Antrag begründet.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels18-12-2010
LandSchweiz
StadtSt. Gallen
Alter des Täters43
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenen 
Altes des Betroffenen15
Anzahl der Betroffenen1
Art der Tat
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