KINDESMISSBRAUCHLaufendes Gerichtsverfahren

Prozess am Amtsgericht Betzdorf: Hat Mann eine Zwölfjährige missbraucht?

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich derzeit ein 64-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Kirchen vorm Betzdorfer Amtsgericht verantworten. Laut Anklageschrift soll sich Otto E. (alle Namen von der Redaktion geändert) im April 2019 nachts in seiner Wohnung an der damals zwölfjährigen Tochter seiner Partnerin vergangen haben. Die Vorwürfe streitet Otto E. jedoch vehement ab.

15.01.2021, 09:00 Uhr

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich derzeit ein 64-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Kirchen vorm Betzdorfer Amtsgericht verantworten. Laut Anklageschrift soll sich Otto E. (alle Namen von der Redaktion geändert) im April 2019 nachts in seiner Wohnung an der damals zwölfjährigen Tochter seiner Partnerin vergangen haben. Die Vorwürfe streitet Otto E. jedoch vehement ab.

Der Tatvorwurf im Detail: In besagter Aprilnacht soll der Angeklagte zunächst gemeinsam mit seiner Freundin im Bett gelegen haben. Gegen zwei Uhr nachts soll er sich dann aber heimlich ins Gästezimmer geschlichen haben, in dem Maria O., die Tochter seiner Freundin untergebracht war. Dort habe er das Mädchen am Po, an den Brüsten und im Genitalbereich berührt. Ferner soll er die Hand der Zwölfjährigen ergriffen und zu seinem nackten Penis geführt haben. Zeuge des Missbrauchs war laut Anklageschrift das mutmaßliche Opfer selbst: Maria habe sich bloß schlafend gestellt.

Otto E. schildert diese Aprilnacht völlig anders: Er müsse nachts häufig mal auf die Toilette huschen. Dabei sei ihm in dieser Nacht dann aufgefallen, dass in Marias Zimmer wieder mal noch Licht brannte; ebenfalls lief der Fernseher des Mädchens noch. Also habe er beides ausgeknipst: „Und das war es!“, erklärte Otto E. mit Nachdruck.

Marias Mutter (38) sagte unter Tränen aus, dass sie Otto E. von ganzem Herzen geliebt habe. Fast drei Jahre habe die Beziehung gehalten – bis zu den Anschuldigungen. Sie sei anfangs innerlich zerrissen gewesen. Allerdings unterstreicht sie auch, dass sie ihrer Tochter zu 100 Prozent glaube.

Auch Marias Tante ist von Ottos Schuld überzeugt. Sie hätte dem Ex-Freund ihrer Schwester eine solche Tat zwar niemals zugetraut. Mit einem Fingerzeig auf ihre Stirn resümierte sie aber: „Der Mensch hat nicht hier oben drauf stehen: ,Ich misshandle Kinder.’ Das sieht man den Leuten nicht an.“

Auffällig: Eine Zeugin sagte am Donnerstag aus, dass Marias Mutter im Jahr 2011 schon einmal von Missbrauch berichtet habe: Auf der Arbeit habe sie damals unter Tränen erzählt, dass ihr damaliger Freund sich an ihrem Kind vergangen habe.

Bei der Vernehmung von Maria mussten Pressevertreter und Zuschauer den Gerichtssaal verlassen. Die Staatsanwaltschaft ließ jedoch am Ende des ersten Verhandlungstages verlautbaren, dass sich Marias Aussage vor Gericht von ihrer Aussage bei der Polizei unterscheide. Deshalb sei es sinnvoll, auch die Vernehmungsbeamtin für einen Folgetermin zu laden: Die Verhandlung soll am 22. Januar fortgesetzt werden. Neben der Polizistin soll auch noch Marias Großmutter als Zeugin gehört werden. Die RZ berichtet weiter.

Von unserem Reporter Johannes Mario Löhr

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