KINDERPORNOGRAFIEVERURTEILTE TÄTER

Schockierende Fotos von Kindesmissbrauch – Milde Strafe für Täter

Bad Kreuznach – Schockierende Fotos mit kinderpornografischen Motiven stellte die Polizei auf Handy und PC des 53-jährigen Angeklagten im Oktober 2013 sicher. Dieser wurde jetzt zu einer relativ milden Strafe verurteilt.

Die Richterin begründete dies mit seiner Biografie. Die Details schockierten: Staatsanwältin Annette Boeckl schilderte sie durchaus betroffen in allen Einzelheiten. Schließlich ergab die Verhandlung vor dem Amtsgericht in Bad Kreuznach, dass der Angeklagte tatsächlich im großen Stil im Besitz kinder- und jugendpornografischer Schriften war. Obwohl er zudem strafrechtlich erheblich vorbelastet ist, kam der 53-jährige Bad Kreuznacher verhältnismäßig glimpflich davon. Richterin Ulrike Schädrich verurteilte ihn zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem wird der Mann, der in vollem Umfang geständig war, mit einem Bewährungshelfer an der Seite unter Aufsicht gestellt, muss innerhalb von sechs Monaten 200 Stunden Sozialdienst leisten und eine entsprechende Therapie absolvieren – vorausgesetzt, das Urteil wird rechtskräftig.

Auch Richterin Schädrich ließen die anstößigen Bilder, 501 mit kinderpornografischen Motiven, 37 mit jugendpornografischen Darstellungen, nicht kalt. „Es ist eine Schweinerei, Kinder zu missbrauchen. Die Schäden, die hierbei entstehen, können Leben zerstören. Jedes Bild ist ein Kinderschicksal. Das ist unterste Schublade“, erklärte sie in Richtung der Macher, die solch schmutzige Ware produzierten, aber auch in Richtung des Angeklagten, der diese Leute durch das Herunterladen entsprechender Dateien im Internet unterstütze. Aufgeflogen war das Ganze durch einen Nachbarschaftsstreit. Bei Durchsuchung der Wohnung Anfang Oktober vergangenen Jahres wurden Datenträger sichergestellt, darunter ein PC, ein Handy, eine CD und ein USB-Speicherstick. Was die Ermittler darauf zu sehen bekamen, war widerlich. Schon 1998 war der Angeklagte wegen eines Sexualdelikts zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Seit 2004 befand er sich wieder auf freiem Fuß. Auf die Beine kam er jedoch nicht, was ihm Staatsanwältin Boeckl heftigst vorwarf. „Sie haben nichts getan“, sagte sie und sah wenig Spielraum für eine positive Sozialprognose. Von Geburt an im Kinderheim aufgewachsen, später im Jugendheim Rodalben zur Sonderschule gegangen, schnuppert der pädophil veranlagte Mann in verschiedene Handwerksberufe, kommt als Maler unter, schliddert aber recht schnell in die Arbeitslosigkeit. Aus einer kurzen Ehe stammen zwei Kinder, zu denen er keinen Kontakt mehr pflegt. Mehrere eidesstattliche Versicherungen pflastern seinen Weg. Er lebt von Hartz IV, schneidet bei der Vermieterin ab und an Hecken und Rasen. „Wenn ich ihn in den Knast schicke, sind die Probleme nicht gelöst“, erklärte Richterin Schädrich in ihrer Urteilsbegründung. Sie mahnte den Mann jedoch eindringlich, jetzt „die geeigneten Schritte anzustreben, damit es nicht mehr passiert, in Versuchung zu geraten“.

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