Sechseinhalb Jahre Haft Wegen Kindesmissbrauchs

Mönchengladbach Der Stiefvater bestritt bis zuletzt, sich an drei Kindern vergangen zu haben. Aber die mit anklagte Ehefrau belastete ihn. Nach einem tagelangen Prozess hat die Erste Jugendkammer des Mönchengladbacher Landgerichts gestern einen aus Serbien stammenden Familienvater (44) wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen in insgesamt 16 Fällen zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Dessen Ehefrau (35) war in drei Missbrauchsfällen als Gehilfin angeklagt. Sie kam mit einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten davon. Sie muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 44-jährige Angeklagte hatte bis zuletzt bestritten, sich in den Jahren 2009 und 2010 in der gemeinsamen Wohnung in Grevenbroich an den damals zwölf und acht Jahre alten Töchtern sowie dem neunjährigen Jungen vergangen zu haben. Zwar sei er ein strenger Vater gewesen, hatte er sich verteidigt. Aber er habe die Kinder nie missbraucht. Doch die Kindesmutter hatte den Partner, von dem sie sich inzwischen getrennt hat, bereits am ersten Prozesstag belastet. Die Kinder hatten mehrmals bei den sexuellen Handlungen des Ehepaares zusehen müssen. „Ich habe mich aus Angst gefügt“, hatte die 35-Jährige zugegeben. Die Frau sei ein klassisches Opfer häuslicher Gewalt gewesen, so deren Verteidigerin im Plädoyer. Weil der Angeklagte bis zuletzt bestritt, sich an den Kindern vergriffen zu haben, mussten die Geschwister vor Gericht aussagen. Und die Opfer belasteten den Stiefvater. Zunächst sei er sehr nett zu ihnen gewesen, Aber dann habe er sie misshandelt und missbraucht. Erst, als sie die sexuellen Wünsche des Stiefvaters erfüllten, hätten sie zu ihren Freunden gedurft, so die Mädchen und der Junge im Gerichtssaal. Als „Belohnung“ habe der Stiefvater Süßes gekauft. „Aber ich wollte nichts Süßes, ich wollte nur, dass er geht“, so der neunjährige Junge. Dagegen beschuldigte der Angeklagte die Kinder sinngemäß: „Die haben mich gehasst, weil ich ein strenger Vater war. Die haben ein Komplott gegen mich geschmiedet.“ Aber die Glaubwürdigkeits-Gutachterin, der die Kinder ebenfalls die sexuellen Übergriffe des Angeklagten geschildert hatten, war überzeugt: „Die Kinder waren weder zu einer Falschaussage noch zu einem Komplott fähig.“ Am Ende war auch das Gericht von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Erfolglos hatte dessen Verteidiger Freispruch gefordert.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels26-02-2013
LandGermany
StadtGrevenbroich
Alter des Täters44/35
Verurteilt6 Jahr(e) 6 Monat(e)
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenen 
Altes des Betroffenen8,9,12
Anzahl der Betroffenen3
Art der Tat
Anzahl der Taten16
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