Sexuelle Handlungen mit der Nichte

Wie einem kürzlich veröffentlichten Urteil der II. Strafkammer des Zürcher Obergerichts zu entnehmen ist, wurde ein 39-jähriger Schweizer wegen sexueller Handlungen mit seiner zur Tatzeit achtjährigen Nichte und wegen Entziehens von Unmündigen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten bedingt verurteilt,

09.01.2004

brh. Wie einem kürzlich veröffentlichten Urteil der II. Strafkammer des Zürcher Obergerichts zu entnehmen ist, wurde ein 39-jähriger Schweizer wegen sexueller Handlungen mit seiner zur Tatzeit achtjährigen Nichte und wegen Entziehens von Unmündigen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten bedingt verurteilt, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Ausserdem muss der nicht geständige Angeklagte dem Opfer eine Genugtuung von 2000 Franken bezahlen. Der Mann hat gegen das Urteil kantonale Nichtigkeitsbeschwerde erhoben. Er war von der ersten Instanz, dem Bezirksgericht Affoltern, bezüglich der sexuellen Handlungen freigesprochen worden.

Übergriffe auf Tochter nicht erwiesen

Die Anklagebehörde hatte den Schreiner auch wegen sexueller Handlungen mit seiner zur Tatzeit drei- bis fünfjährigen Tochter bestrafen wollen; diese Vorwürfe sind jedoch auch nach Meinung des Obergerichts nicht rechtsgenügend erwiesen. Im Gegensatz zur Vorinstanz glaubten die Oberrichter jedoch den Aussagen der heute 18-jährigen Nichte und kamen in diesem Punkt zu einem Schuldspruch. Es handelt sich dabei um einen Vorfall, der vor mehr als zehn Jahren in Obfelden geschah. Der Angeklagte soll nach Auffassung des Obergerichts dem damals achtjährigen Mädchen unter die Pyjamahose und zwischen die Beine gegriffen haben. Das Kind übernachtete im gemeinsamen Bett der Eheleute. Die Vorwürfe kamen erst Jahre später im Rahmen der Scheidung des Ehepaares zur Sprache. Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für die Kinder äusserte die Ehefrau dann auch den Verdacht, die eigene Tochter sei von ihrem Mann ebenfalls sexuell missbraucht worden, was sowohl vom Bezirksgericht wie auch vom Obergericht nicht anerkannt wird.

Aussagen durch Zeugen bestätigt

Hingegen erachteten die Oberrichter die Aussagen der Nichte als klar und in den wesentlichen Punkten als widerspruchsfrei. Sie hielten ausserdem fest, es sei nicht ungewöhnlich, dass kindliche Opfer sexueller Übergriffe von solchen Vorfällen erst Jahre später berichteten. Die Verfolgungsverjährung bei sexuellen Handlungen mit Kindern dauert heute bis zum vollendeten 25. Lebensjahr des Opfers. Die Aussagen der Nichte wurden zudem durch Zeugen bestätigt. Diese Zeugen konnten zwar keine direkten Beobachtungen machen – die beim Vorfall anwesende Ehefrau schlief -, berichteten aber von späteren Gesprächen mit dem Mädchen und von dessen Verhalten nach der Tat. Der Angeklagte gab lediglich zu, er habe das Kind vielleicht im Schlaf unbewusst berührt, weil es zwischen ihm und der Frau gelegen sei, er habe aber keine bewusste sexuelle Handlung begangen.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels09-01-2004
LandSchweiz
StadtObfelden
Alter des Täters29
Bewährung 
Geschlecht des Betroffenen 
Altes des Betroffenen8
Anzahl der Betroffenen1
Art der Tat
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