KINDESMISSBRAUCH

34-Jähriger wegen Kindesmissbrauch vor Gericht

Vor dem Landgericht Göttingen hat am Montag ein Prozess um eine Serie von Sexualstraftaten begonnen. Ein einschlägig vorbestrafter Mann aus Hann. Münden muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sowie Verbreitung pornografischer Schriften verantworten.Hann. Münden
Der 34-Jährige soll zwei elf und zwölf Jahre alte Brüder in Chats dazu animiert haben, immer extremere sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und ihm entsprechende Fotos und Videos zuzusenden. Dafür soll er den in Idar-Oberstein wohnenden Jungen Amazon-Gutscheine, Handy-Guthaben und andere Geschenke gemacht haben. Einmal soll er sich auch mit einem der beiden Jungen getroffen und diesen sexuell missbraucht haben.
Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten 42 Straftaten vor. Den Ermittlungen zufolge hatte der 34-Jährige im Frühjahr 2015 über Facebook Kontakt zu den damals elf und zwölf Jahre alten Brüdern aufgenommen. Danach soll er die Chat-Kommunikation gezielt auf das Thema Sex gelenkt und sie aufgefordert haben, ihm Fotos von ihren Genitalien zu schicken. Dafür habe er ihnen erst 30 und dann 60 Euro versprochen. Laut Anklage wollte er die Aufnahmen über so genannte Fake Accounts im Internet verbreiten.

Im Verlauf der mehr als eineinhalb Jahre dauernden Chat-Kommunikation, die häufig spätabends oder nach Mitternacht stattfand, soll er die Jungen zu immer extremeren sexuellen Handlungen aufgefordert haben, die auch mit Selbstverletzungen verbunden waren. Um sie zu animieren, soll er ihnen wiederholt entsprechende pornografische Beispielfotos gesandt haben. Wenn ihre Fotos oder Videos seinen Hardcore-Ansprüchen genügten, sollte sie dafür einen Gutschein bekommen. Bei der letzten angeklagten Tat soll er zudem einen der Jungen aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an seinem Bruder vorzunehmen.

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