Haftstrafe für Schöninger wegen schweren sexuellen Missbrauchs

Zwei Jahre Haft auf Bewährung und eine Zahlung von 3000 Euro Schmerzensgeld – so lautet das Urteil gegen einen 53-jährigen Schöninger, der seine 13-jährige Nichte einmal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen hatte.

Das Braunschweiger Landgericht stuft die Tat als schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes ein. Richterin Daniela Kirchhof machte in der Urteilsbegründung am Donnerstag deutlich, dass es die Kammer als erwiesen ansieht, dass das Mädchen zum Tatzeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war und der Geschlechtsverkehr auch keinesfalls einvernehmlich praktiziert wurde. 

53-Jähriger vergeht sich an seiner 13-jährigen Nichte

Beides hatte der inzwischen getrennt von seiner Familie lebende Angeklagte am ersten Verhandlungstag behauptet. Letztendlich kam die Landgerichtskammer nach Auswertung polizeilicher Vernehmungsakten und der Befragung von Zeugen zu der Feststellung, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt eben noch keine 14 Jahre alt war und der nun verurteilte Schöninger dies auch gewusst habe. 

Schließlich habe das Mädchen zur Tatzeit in der Familie des Täters gewohnt. „Sie haben ein Kind aus der Verwandtschaft in Obhut genommen und dessen Vertrauen missbraucht“, hielt Richterin Kirchhof dem Schöninger vor.

Bewährungsstrafe, weil Angeklagter geständige Einlassungen macht 

Dass das Gericht es letztendlich trotz der Schwere des Vergehens bei einer Bewährungsstrafe beließ, begründete Richterin Kirchhof insbesondere mit den geständigen Einlassungen des Angeklagten. 

„Das Geständnis hat eine überragende Bedeutung. Allein die Angaben des Angeklagten zum Tathergang haben dessen Verurteilung ohne zusätzliche Beweisaufnahmen ermöglicht“, stellte Richterin Daniela Kirchhof fest.

Opfer leidet bis heute unter der Tat

So blieb dem Opfer, das immer noch unter der Tat leidet und dem eine „Wesensveränderung“ attestiert wird, eine Aussage vor Gericht erspart. Schon die polizeilichen Vernehmungen, das berichtete eine gestern als Zeugin vernommene Polizistin, seien für das Opfer „äußerst schwierig“ gewesen.

Die 3000 Euro Schmerzensgeld, die der Täter an das Opfer zahlen muss, orientieren sich an den finanziellen Möglichkeiten des Schöningers. „Das ist aber kein Freikaufen von der Schuld. Das Geschehene lässt sich nie mehr rückgängig machen“, erklärte die Richterin.

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ZUSAMMENFASSUNG

Datum des Artikels08.07.2021
LandDeutschland
StadtSchöningen
Alter des Täters53
Verurteilt2 Jahr(e)
BewährungJa
Geschlecht des Betroffenenweiblich
Altes des Betroffenen13
Anzahl der Betroffenen1
Art der TatMissbrauch
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