KINDESMISSBRAUCH

Kinderschänder missbraucht Jungen trotz Führungsaufsicht

Prozess in Berlin Kinderschänder missbraucht Jungen trotz Führungsaufsicht Robert W. im Berliner Landgericht Robert W. im Berliner Landgericht Anne Losensky 19. September 2017 14:44 Bereich: Menschen vor Gericht Themen: Berlin AktuellBerlin NewsKarlshorst Ein Kinderschänder kommt aus dem Knast, zieht nach Berlin – und missbraucht erneut ein Kind. Trotz Führungsaufsicht! Landgericht, Saal B 219. Angeklagt: Kabelwerker Robert W. (38). Der 25. März 2010, Landgericht Detmold (Nordrhein-Westfalen). Robert W. wird für den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in zwölf Fällen und weitere Straftaten zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Sitzt die Strafe ab bis zum letzten Tag. Wird am 21. Januar 2014 entlassen. Steht danach für drei Jahre unter sogenannter Führungsaufsicht. Die endet erst am 21. Januar 2017 und bedeutet: striktes Kontaktverbot zu Kindern, weil die Gefahr besteht, dass er es wieder tut. W. nähert sich in Berlin wieder einem Jungen Er zieht nach Berlin. Geht brav zur Bewährungshelferin. Macht Therapie – und sich wieder an einen kleinen Jungen ran! Es ist der Sohn (8) einer alten Schulfreundin, zu der er ab Winter 2015 Kontakt aufnimmt. Regelmäßig grillt er im Sommer 2016 mit dem Jungen und dessen Familie im Schrebergarten in Berlin-Karlshorst. Holt ihn von der Schule ab. Übernachtet mit ihm. Bleibt allein mit ihm im Kinderzimmer. Zuletzt am 25. Februar 2017. Die Mutter des Kindes zeigt ihn an, als sie dahinter kommt, was er hinter verschlossenen Türen mit ihrem Jungen anstellt. Die Anklage der Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem Kinderschänder schweren sexuellen Kindesmissbrauch vor. Er sitzt in Untersuchungshaft. Bewährungshelferin bedauert Lage der Wohnung Die Bewährungshelferin (52) bedauert die „ungünstige Lage“ seiner Wohnung damals in Spandau: „Direkt vor den Fenstern von Wohnzimmer und Küche war ein Kinderspielplatz.“ Das Landeskriminalamt machte eine sogenannte Gefährderansprache. Sie habe auf Umzug gedrängt, der auch erfolgte. Es sei aber schwer gewesen, einen Therapieplatz zu finden: „Kind im Zentrum wollte ihn nicht, es hieß, da passe er nicht hin“, sagt sie. Knapp zwei Jahre vergingen, dann gab es endlich einen Einzeltherapeuten. Die Behandlung endet am 19. Oktober 2015: „Herr W. war nicht mehr bereit, die Therapie fortzusetzen.“ Galt trotzdem als „Teilerfolg“ in den Akten. Als er von „der alten Kumpeline mit dem kleinen Jungen“ erzählte, gingen „die Alarmglocken an“, sagt die Bewährungshelferin: „Die wussten ja nichts von seiner Verurteilung!“ Name der Familie? Fehlanzeige. Den Namen kenne er nicht, habe er einfach behauptet: „Das glaubte ich ihm zwar nicht, aber was sollte ich machen“, gibt sich die Bewährungshelferin hilf- und ratlos. Angeklagter schweigt zunächst Im Abschlussbericht der Führungsaufsicht vom 10. Januar 2017 steht: „Kommt mit seinen Neigungen zurecht.“ Kurz darauf kam die neue Strafanzeige. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Der Richter sagt, um dem kleinen Jungen die Zeugenaussage vor Gericht zu ersparen, sei eine „Verständigung sinnvoll“. Staatsanwalt, Nebenklägerin, Verteidigerin – alle nicken. Falls der Angeklagte ein Geständnis ablegt, halten alle eine Strafe von „spürbar über drei, jedoch unter vier Jahren Haft“ für angemessen. Bis zum 9. Oktober 2017 darf sich der Angeklagte das überlegen. Dann geht der Prozess weiter. Urteil 16. Oktober.

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