GESUCHTE TÄTERWIEDERHOLUNGSTÄTER

Kindesmissbrauch: Täter Verurteilt

CHAM.Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen in zwei Fällen ist ein 37-jähriger Metallbauer aus dem Landkreis Cham am Landgericht in Regensburg zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten sowie zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt worden. Zudem muss er 5000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.

Der schwer alkoholabhängige Mann hatte zuvor gestanden, sich mehrfach an seiner zunächst vier oder fünfjährigen Stieftochter vergangen zu haben. Einmal nutzte er einen Krankenhausaufenthalt seiner Ehefrau, um sich beim gemeinsamen Fernsehen mit dem Kind an der Kleinen zu vergreifen.

Deal zwischen den Beteiligten
Ein anderes Mal kam es zum Übergriff, als seine Frau und sein Stiefsohn beim Einkaufen waren. Zwei weitere Vorwürfe im Wohnhaus der Oma und im Keller des Familienanwesens wurden eingestellt. Das Urteil entsprach einem zuvor in einem Deal zwischen den Prozessbeteiligten vereinbarten Strafrahmen. Zunächst hatte die Anklage auf schweren sexuellen Missbrauch gelautet.

Dieser Vorwurf erhärtete sich jedoch nicht: Die in ihrer Entwicklung verzögerte und intelligenzgeminderte Geschädigte hatte zwar gegenüber einer Gutachterin angegeben, ihr Stiefvater habe „sein Ding unten reingeschoben“ und es habe „weh getan“. Doch kam die Sachverständige nicht sicher zu dem Ergebnis, dass es sich um eine vollendete Vergewaltigung handelte und tatsächlich ein „Eindringen“ stattfand.

Zu Gunsten des inzwischen geschiedenen Angeklagten wertete die Kammer unter Vorsitz von Richter Claus Pfeiffer unter anderem dessen Geständnis, das der Stieftochter eine Aussage vor Gericht ersparte, zu seinen Lasten jedoch eine Latte von zehn Vorstrafen, darunter eine einschlägige. Die letzte Verurteilung zu neun Monaten wegen Trunkenheit im Verkehr wurde in den neuen Richterspruch mit einbezogen.

Alkoholtherapie nie angetreten
Das frühere Urteil des Amtsgerichts Cham hatte eigentlich „auf Bewährung“ gelautet. Doch der Angeklagte hatte die als Auflage verhängte freiwillige stationäre Alkoholtherapie nie angetreten, da eine Angehörige in der Einrichtung tätig war. Nun hat er in einer geschlossenen Entziehungsanstalt Gelegenheit, gegen seine Sucht anzugehen. Mit dem Urteil folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Michael Frank hatte zwei Jahre und drei Monate sowie eine Unterbringung gefordert.

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