KINDESMISSBRAUCH

Trotz Haftstrafe Eltern haben Angst: Kinderschänder läuft immer noch frei rum

Trotz Haftstrafe Eltern haben Angst: Kinderschänder läuft immer noch frei rum Von MARCUS BÖTTCHER 27.06.17, 23:04 Uhr email facebook twitter Messenger Kinderschänder Symbol In Berlin ist ein Kinderschänder trotz Verurteilung noch immer auf freiem Fuß. Foto: imago (Symbolfoto) Berlin – Es sind die stillen Momente, die Karo wehtun. Etwa, wenn es sich die 29-Jährige auf ihrem Sofa bequem gemacht hat und ihrer kleinen Lisa beim Spielen zuschaut. Sie sieht dann eine Achtjährige, die Kuscheltier Knut knuddelt und spürt so viel Liebe für das kleine Wesen. Aber sie betrachtet dann dort auf dem Teppich vor ihr eben auch das Opfer von mehrfachem sexuellem Missbrauch. Karos Herz rast dann, ihre Hände werden eiskalt. Unendliche Wut steigt in ihr auf. Wer will es ihr verdenken. „Als Mutter im Stich gelassen” Besonders schlimm: Der widerliche Mann, der das Leben ihrer Tochter und eines anderen Mädchens zerstört hat, ist immer noch frei. Trotz Verurteilung zu vier Jahren und acht Monaten Haft im Februar. 168 Übergriffe sind dokumentiert. Karo kann das nicht begreifen. „Ich fühle mich als Mutter von der Justiz im Stich gelassen“, so Karo gegenüber dem „Berliner Kurier”. „Ich frage mich oft, wie so ein Mensch noch auf freiem Fuß sein kann. Er hat sich an Kindern vergangen und darf, als ob nichts gewesen wäre, frei rumlaufen. “Meilenstein”: Neuseeland erklärt sich für Coronavirus-frei Leben in ständiger Angst Man lebt in ständiger Angst, dass ihm weitere Kinder zum Opfer fallen. Ich persönlich habe täglich die Angst davor, dass er vor meiner Tür steht oder meine Tochter von der Schule abfängt.“ Dass Peter I. (Name von der Redaktion geändert), so heißt der Mann, dies tatsächlich tun wird, kann niemand wissen und man darf es ihm schon aus juristischen Gründen nicht unterstellen. Die Frage jedoch, warum der 56-Jährige viereinhalb Monate nach dem Urteil noch nicht hinter Gittern hockt, ist erlaubt. Wirklich beantworten kann dies niemand. Gesetzliche Fristen für eine Inhaftierung in solch einem Fall gibt es nämlich nicht. Pornos mit Achtjähriger Ein strukturelles Problem, das auf Gesetzesebene geklärt werden muss. Schließlich drehte I., der als Ordner eine flüchtlingsfeindliche Demonstration im Allende-Viertel beschützte, mit einer Achtjährigen Pornos. Und seine Strafakte, die dem „Berliner Kurier” vorliegt, ist lang. Bereits als junger Erwachsener geriet I. auf die schiefe Bahn. 1982 wurde er erstmals verurteilt, da der gebürtige Köpenicker (damals Straßenbahnfahrer-Anwärter) ein Scheckheft und einen Tresor stahl. Insgesamt häufte der spätere Fahrlehrer eine Straftatenliste an. Verurteilung wegen insgesamt 14 Straftaten Wegen insgesamt 14 Taten wurde er verurteilt. 1991 wegen Beleidigung und Nötigung im Straßenverkehr. In den Folgejahren kam er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Beleidigung, Körperverletzung, Beitragsvorenthaltung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit dem Gesetz in Konflikt. Es ist diese Liste der offenbaren Uneinsichtigkeit, die Mama Karo verzweifeln lässt. Jemand mit so vielen Vorstrafen gehöre nach ihrer Meinung nach einem Kindesmissbrauchs-Urteil aus dem Gerichtssaal direkt in die JVA. Stattdessen muss sie dem Peiniger ihrer Tochter im Alltag in die Augen sehen: „Ich bin letztens in Köpenick unterwegs gewesen und habe ihn dort auf der Straße mit geöffneten Helm auf seinem Motorrad gesehen“. „Sie schlief, er war lediglich mit einem Schlüpfer bekleidet“ Es war ein Schockmoment, der all die schlimmen Erinnerungen hochholte: „Mir wurde damals ein Foto gezeigt, auf dem meine Tochter schlafend, breitbeinig und ohne Unterwäsche auf seinem Bett liegt.“ I. hatte es gemacht. Zudem spielten ihr Ermittler ein Video vor, in welchem Lisa zusammen mit I. im Bett lag. „Sie schlief, er war lediglich mit einem Schlüpfer bekleidet.“ 845 kinderpornografische Bilddateien Auf I.s Computer wurden insgesamt 845 kinderpornografische Bilddateien gefunden. Sie zeigen nackte Körper und sexuelle Handlungen in Nahaufnahme. Mama Karo macht seine Freiheit Angst. Sie fordert: „Ich kann nur hoffen, dass die Justiz ihn endlich hinter Gitter bringt. Weil das ist der Ort, wo er hingehört und hoffentlich dort nicht mehr so schnell rauskommt.“

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